| 4 März, 2010 | Irene Seifriz |
Faschingszeit – Urlaubszeit?
Mir ist klar, dass der Fasching dieses Jahr bereits vorüber ist und wir uns mitten in der Fastenzeit befinden, ich möchte hier allerdings trotzdem ein Thema zur Sprache bringen, dass mich jedes Jahr auf’s Neue in der einen oder anderen Form wieder einholt. Für alle die, die die lokalen Sitten und Gebräuche nicht so kennen, möchte ich vorausschicken, dass Kärnten mit der Narrenhauptstadt Villach, wohl das Zentrum des Faschings in Österreich ist. Da aber Kärntnen nicht Kärnten ist, und Villach schon gar nicht Klagenfurt, konzentriert sich das ausgelassene Treiben in der Gegend von Villach mit einem großen Umzug vor allem am Faschingsamstag, in Klagenfurt und Umgebung mit der Verbrennung des Faschings am darauffolgenden Dienstag. AURA liegt geographisch und strategisch zwischen diesen beiden größten Städten der Region und profitiert von allen ein wenig.

Während am Samstag bis auf wenige Berufsgruppen wie z.B. dem Handel, den Bediensteten des öffentlichen Verkehrs, den Mitarbeitern im medizinischen Bereich etc. für alle ein arbeitsfreier Tag ist, ist dem am Dienstag nicht so. Interessanterweise sehen es jedoch viele Arbeitnehmer wenn schon nicht als eigenes Recht, so doch als Pflicht des Arbeitgebers an, diesen Tag (zumindest) zur Hälfte frei zu geben. Ist dem nicht der Fall, erntet man Frustration, Demotivation oder kann man im Radio, wie heuer von mir persönlich gehört, als Kompensation Musikwünsche hören, die den ganzen Ärger und die Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Für unser Unternehmen ist dieser Mitarbeiterwunsch seit einigen Jahren, Gott sei Dank, kein Thema mehr, denn in der Produktion wird, saisonbedingt, im Einschichtbetrieb, der um 14:00 endet, gearbeitet und in der Verwaltung gibt es ein großzügiges Gleitzeitmodell. Mich würden allerdings Erfahrungsberichte zu diesem Thema aus anderen Regionen, vielleicht auch bzw. insbesondere aus Deutschland, wo es ja wahre Faschings-, Fastnachts- und Karnevalhochburgen gibt, interessieren. Ist da vielleicht auch der Gesetzgeber mit der Einführung eines Feiertages gefragt?
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2 Kommentare
| Markus E. Hübner | 17. März 2010 16:03 Uhr |
Hallo Frau Seifriz… mal ein verspätetes und herzliches “Kölle Alaaf” aus dem Kölner Raum….
als geborener Kölner und auch aktiv trompetender Jeck verrate ich Ihnen gerne folgendes. In Köln herrscht vom Donnerstag/Weiberfastnacht bis zum Dienstag der Ausnahmezustand.
Jecken, so wie die Narren hier heißen, bevölkern kostümiert ganz selbstverständlich Straßen, Plätze und öffentliche Verkehrsmittel. Es kann Ihnen auch passieren, das Sie am Abend in eine Bahn steigen und die halbe Straßenbahn singt bekannte Lieder, oder jemand spielt einfach Trompete oder die Quetsch… Alles schon passiert und völlig normal…. für Köln.
Sollten Sie etwa auch versuchen wollen, am Karnevalsdonnerstag oder gar am Rosenmontag jemand bei den öffentlichen Ämterm zu erreichen, so ist dies fast unmöglich.
In vielen Unternehmen ist es etwa in und um Köln gängige Praxis, dass am Rosenmontag ein Zwangsurlaubstag genommen wird, weil man zum Beispiel in einem Büro sowieso keinen Geschäftspartner erreichen kann. Andere Unternehmen wiederum gewähren auch einen halben Urlaubstag, der nicht vom Jahresurlaub abgezogen wird. Selbst Geschäfte des täglichen Bedarfs haben an Weiberfastnacht und Rosenmontag oft ab Mittag oder ganztags geschlossen. Banken und Versicherungen öffnen gar nicht erst. Im Gegensatz zum Karnaval in Kärnten ist es allerdings so, dass hier wohl ein deutlich größerer Anteil der Menschen am Karnaval und seinen zahlreichen Veranstaltungen teilnimmt. Ansonsten verlassen die Menschen, die nicht feiern wollen, regelmäßig über Karneval die Stadt.
Manche Miglieder von Vereinen und Garden nehmen in der Zeit vor und während des Karnavals sogar einige Wochen Urlaub, um das Feiern besonders auskosten zu können.
In unserem Unternehmen wurde es so gehandhabt, dass wir am Donnerstag den Arbeitstag gegen Mittag beendet haben (Abfeiern von Überstunden, wie wir hier sagen). Karnevalsmontag und auch am Faschingsdienstag wurden Betriebferien verordnet, da von Samstag bis Dienstag überall auch Umzüge stattfinden, an denen Mitarbeiter teilnehmen wollen.
Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne bei meinem nächsten Besuch in Kärnten persönlich zur Verfügung.
Herzliche Grüße aus dem sonnigen Rheinland
| Irene Seifriz | 18. März 2010 12:48 Uhr |
Vielen Dank für den interessanten Einblick in eine – für Kärntner – wirklich fremde Welt. Einem persönlichen Erfahrungsaustausch, durchaus auch in Bezug auf andere Themen, sehe ich mit Freude entgegen.
Liebe Grüße aus einem nicht minder sonnigen Kärnten.