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Pooltagebuch

AURA Pooltagebuch





18 Juni, 2010 Irene Seifriz Irene Seifriz

Mehr Sicherheit für unsere Kinder am Pool

Es ist eine traurige Realität, aber immer wieder kommt es zu Unfällen im Pool der eigenen Familie, aber auch bei Nachbarn oder Freunden. Auch wenn solche Unfälle nicht immer tödlich enden, ist die Gefahr eines bleibenden Gehirnschadens wegen der langen Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr erheblich. Kinder werden in ihrer Entwicklung um Monate oder Jahre zurückgeworfen und die einfachsten Funktionen müssen mühsam wieder erlernt werden. Die Statistiken sprechen eine erschreckende Sprache: Bis zu 150 Kinder erleiden pro Jahr in Österreich einen Ertrinkungsunfall, 72 Prozent von ihnen sind unter vier Jahre alt. 20 Prozent der Betroffenen behalten bleibende Schäden. Im Zeitraum 2003 bis 2007 ertranken insgesamt 28 Kinder unter fünf Jahren. Damit ist Ertrinken in dieser Altersgruppe die zweithäufigste Todesursache nach den Verkehrsunfällen.

Copyright 2010, Ajari

Copyright 2010, Ajari

Ins Wasser gefallene Blätter, ein vergessenes Spielzeug oder auch nur die Reflexion des Lichts üben auf Kinder einen nicht zu unterschätzenden Reiz aus. Andererseits können sie die Gefahr, die von einer offene Wasserfläche ausgeht, nicht einschätzen. Schon die nähere Betrachtung eines entdeckten Frosches, oder der Versuch einen Ball aus dem Pool zu holen, kann zu einem lebensgefährlichen Unternehmen werden. Und das selbst bei geringer Wassertiefe, die Wassermenge eines Plantschbeckens reicht für eine Katastrophe völlig aus. Kinder unter fünf Jahren reagieren in Panik nicht vernünftig, außerdem können sie aufgrund der noch ungeübten Muskulatur und ihrer Körperproportionen den Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser ziehen. Sie verfallen in eine Art Starre mit Atemsperre und können sich so weder selbst retten noch auf sich aufmerksam machen. Das Ertrinken geschieht lautlos, sie gehen unter ohne um sich zu schlagen oder noch einmal aufzutauchen.

Länder wie Australien, Neu Seeland oder Frankreich haben auf diese Gefahren bereits durch ein Gesetz reagiert, das Besitzer von privaten Pools zwingt, diese entsprechend zu sichern.

Was kann man nun tun um einen solchen Unfall möglichst zu verhindern. Hier ein paar Punkte auf die ich hinweisen möchte:

  • Lassen Sie ein Kind niemals allein in einem Pool, nicht einmal für wenige Augenblicke.
  • Die ständige Aufsicht durch einen Erwachsenen sollte durchgehend gewährleistet sein, wenn sich Kinder auch nur in der Nähe des Pools aufhalten. Sind Gäste im Haus, sollte immer ein Erwachsener als “Poolwächter” fungieren, wobei man sich in dieser Rolle durchaus abwechseln kann.
  • Vermeiden Sie den üblichen Fehler unter Erwachsenen, dass jeder denkt, die Kinder werden vom jeweils anderen beaufsichtigt. Bestimmen Sie lieber bewusst einen Verantwortlichen.
  • Verwenden Sie keine schwimmenden Gegenstände als Ersatz für eine Aufsichtsperson.
  • Bringen Sie Kindern so schnell wie möglich das Schwimmen bei. Beaufsichtigen Sie aber auch die Kinder, die schwimmen können, denn Kinder überschätzen oft ihre Fähigkeiten und bringen sich dadurch in Gefahr.
  • Bewahren Sie niemals große, unförmige schwimmende Spielzeuge in und um den Pool auf, sie könnten Ihnen die Sicht nehmen.
  • Verbieten Sie das Laufen im Bereich des Pools.
  • Räumen sie alle Spielzeuge aus dem Pool und dem näheren Poolbereich, sobald diese nicht mehr benötigt werden. Sie könnten für kleinere Kinder zum Anziehungspunkt werden.
  • Trennen Sie den Poolbereich vom Haus durch einen Zaun oder eine andere Barriere. Eine Überdachung oder Abdeckung des Pools, die bestimmten Sicherheitsbedingungen entsprechen, kann einen Zaun ersetzen.
  • Bringen Sie nach dem Schwimmen wieder alle Sicherheitssperren bzw. Überdachungen an, damit ein Kind nicht versucht sein kann in den Pool zurückzukehren.
  • Installieren Sie eine Beckenbeleuchtung, damit das Pool auch in der Nacht gut sichtbar ist.
  • Sollte tatsächlich einmal ein Kind abgängig sein, suchen Sie immer zuerst im Bereich des Pools. Im Falle eines Unfalls zählt jede Sekunde.
  • Machen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs. So reagieren Sie im Notfall richtig.
  • Leeren Sie Plantschbecken, wenn sie abwesend sind, und drehen Sie sie um, damit Regenwasser diese nicht erneut befüllen kann.
  • Verwahren Sie einen Rettungring oder eine Rettungshaken in der Nähe des Pools.
  • Bewahren Sie Reinigungschemikalien verschlossen auf.
  • Erlauben Sie niemals ein Verlängerungskabel in der Nähe des Schwimmbades. Einerseits wegen der Gefahr des elektrischen Stroms, andererseits kann man zu leicht darüber stolpern.
Copyright 2009, Dennis Wong

Copyright 2009, Dennis Wong

Neben diesen allgemeinen Hinweisen werde ich mich in meinen nächsten Beiträgen den unterschiedlichen technischen Möglichkeiten widmen, die den Zugang zum Pool für Kinder erschweren bis unmöglich machen, sowie sonstigen am Markt erhältlichen Sicherheitsprodukten.

In diesem Sinne sollte bei Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen einer lustvollen Badesaison nichts im Wege stehen.

Copyright 2007, Simon Music

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